Rohrbruch und Wasserschaden: Ratgeber
Wasser läuft aus der Wand, die Leitung ist undicht, der Keller steht: Jede Minute vergrößert den Schaden. Was Sie sofort tun – und was danach kommt.

Bei einem Wasserschaden gilt: Hauptabsperrhahn zu, Strom im betroffenen Bereich aus, Wasser aufnehmen, fotografieren. Der Hauptabsperrhahn sitzt meist im Keller oder in der Nähe des Wasserzählers. Erst danach den Notdienst anfragen und die Versicherung informieren. Ein Sanitär-Notdiensteinsatz kostet in Passau 250 bis 700 Euro; derselbe Einsatz zur regulären Arbeitszeit 150 bis 400 Euro.
Sofortmaßnahmen bei Rohrbruch und Wasserschaden
Die ersten zehn Minuten entscheiden über die Schadenshöhe. Ein Liter Wasser, der nicht ausläuft, muss später nicht aus Estrich und Wand getrocknet werden. Arbeiten Sie diese Reihenfolge ab.
- Hauptabsperrhahn schließen
Meist im Keller neben dem Wasserzähler, in Wohnungen oft im Bad hinter einer Revisionsklappe. Wenn Sie nicht wissen, wo er ist: Suchen Sie ihn jetzt, nicht im Schadensfall.
- Strom im betroffenen Bereich abschalten
Wasser und Elektrik vertragen sich nicht. Sicherung des betroffenen Stromkreises aus, im Zweifel den Hauptschalter.
- Wasser aufnehmen und Sachen retten
Möbel hochstellen, Teppiche entfernen, Wasser mit Nasssauger oder Tüchern aufnehmen. Jeder Liter zählt.
- Fotografieren
Mehrere Perspektiven, Übersicht und Detail, mit Datum. Ohne Dokumentation wird die Regulierung mit der Versicherung zäh.
- Nachbarn informieren
Bei Wasser in Mehrfamilienhäusern läuft es nach unten. Frühzeitige Information verhindert Folgeschäden und Streit.
- Versicherung melden
Wohngebäude- oder Hausratversicherung, je nach Schaden. Viele Versicherer haben eigene Notdienst-Hotlines mit Rahmenverträgen.
Häufige Ursachen
Nicht jeder Wasseraustritt ist ein Rohrbruch. Die Unterscheidung ist für Reparatur und Versicherung wichtig.
- Frostschaden – Nicht entleerte Außenleitungen und ungedämmte Rohre in unbeheizten Räumen. Klassiker im Januar.
- Korrosion und Alterung – Verzinkte Stahlleitungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren – in Passauer Altbauten häufig noch vorhanden.
- Undichte Verbindung – Schraubverbindungen, Übergangsstücke, Pressfittinge – oft nach Umbauarbeiten.
- Defekte Armatur oder Anschlussschlauch – Waschmaschinenschlauch und Eckventil sind statistisch häufige Schadensquellen.
- Undichte Dusche oder Wanne – Schleichender Feuchteschaden bei fehlender oder gealterter Abdichtung. Zeigt sich oft erst an der Nachbarwand.
- Rückstau aus dem Kanal – Kein Rohrbruch, sondern ein Entwässerungsproblem – siehe Rohrreinigung-Notdienst.
Was kostet ein Sanitär-Notdienst?
Die Preise gelten für Passau und Umgebung. Die Reparatur ist dabei oft der kleinere Teil – der große Kostenblock ist Trocknung und Wiederherstellung, und den übernimmt bei versicherten Schäden meist die Versicherung.
| Leistung | Regulär | Notdienst |
|---|---|---|
| Anfahrt | 40 – 70 € | 80 – 150 € |
| Stundensatz | 68 – 95 € | 110 – 190 € |
| Leckage abstellen und sichern | 150 – 400 € | 250 – 700 € |
| Rohrbruch reparieren | 300 – 900 € | 500 – 1.400 € |
| Leckortung | 300 – 800 € | 450 – 1.100 € |
| Trocknungsgeräte (Miete/Woche) | 150 – 400 € | 150 – 400 € |
Unverbindliche Markt- und Orientierungswerte für Passau und Niederbayern, Stand 2026, Bruttopreise einschließlich Umsatzsteuer. Es handelt sich nicht um Preise eines aktuell angebotenen eigenen Handwerkerservices. Maßgeblich ist immer das schriftliche Angebot des ausführenden Betriebs.
Bei versicherten Leitungswasserschäden übernimmt die Wohngebäudeversicherung Reparatur, Trocknung und Wiederherstellung am Gebäude; Schäden am Hausrat deckt die Hausratversicherung. Fragen Sie Ihren Versicherer vor Beauftragung – viele arbeiten mit festen Partnerbetrieben, was die Abwicklung erheblich vereinfacht.
Worauf Sie beim Notdienst achten sollten
Lassen Sie sich Anfahrt, Stundensatz und Zuschläge vor der Beauftragung nennen. Bestehen Sie auf einer Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Arbeitslohn und zahlen Sie per Überweisung – Barzahlung kostet Sie die steuerliche Absetzbarkeit und erschwert die Abrechnung mit der Versicherung.
Ein Hinweis zur Reihenfolge: Der Notdienst stoppt das Wasser und macht die Stelle dicht. Trocknung, Estrichöffnung und Wiederherstellung sind eigene Aufträge, die in Ruhe und – bei versicherten Schäden – in Abstimmung mit dem Versicherer vergeben werden sollten. Lassen Sie sich nicht in einen Sanierungsauftrag drängen, während das Wasser noch auf dem Boden steht.
Wasserschäden in Passau
Die Altbauten in Altstadt und Innstadt haben ein spezifisches Problem: verzinkte Stahlleitungen aus der Nachkriegszeit. Sie korrodieren von innen, der Querschnitt verengt sich, und irgendwann gibt eine Stelle nach. Wer in einem solchen Objekt bereits die zweite Leckage hatte, sollte einen Strangtausch prüfen lassen, statt weiter punktuell zu reparieren.
Das zweite Passauer Thema ist Hochwasser und Rückstau. Wasser im Keller ist in der Innstadt und Ilzstadt nicht automatisch ein Rohrbruch – es kann auch Grundwasser oder Rückstau aus dem Kanal sein. Die Unterscheidung ist für die Versicherung entscheidend: Rückstau- und Elementarschäden sind nur mit entsprechendem Zusatzbaustein versichert, ein Leitungswasserschaden dagegen in der Standarddeckung.
Und der Klassiker im Winter: Frostschäden an Außenleitungen und in ungeheizten Räumen. In den Hanglagen um Hacklberg und Grubweg sowie im Bayerischen Wald mit seinen kälteren Wintern lohnt es sich, Außenzapfstellen im Herbst zu entleeren und abzusperren.
So vermeiden Sie den nächsten Wasserschaden
Drei Maßnahmen bringen am meisten. Erstens: Wissen, wo der Hauptabsperrhahn ist – und ihn gelegentlich bewegen, damit er im Ernstfall nicht festsitzt. Zweitens: Waschmaschinen- und Geschirrspüleranschlussschläuche alle fünf bis zehn Jahre tauschen und beim Verlassen der Wohnung das Eckventil schließen. Drittens: Außenleitungen im Herbst entleeren.
Bei älteren Installationen lohnt eine Bestandsaufnahme durch einen Sanitärbetrieb. Ein geplanter Strangtausch kostet Geld, ein ungeplanter Wasserschaden kostet mehr – und bringt Wochen mit Trocknungsgeräten in der Wohnung mit sich.
Erst abstellen, dann reparieren
Der wichtigste Handgriff bei einem Wasserschaden erfolgt nicht durch den Handwerker, sondern durch Sie: der Hauptabsperrhahn. Alles danach ist Schadensbegrenzung. Deshalb lohnt es sich, jetzt nachzusehen, wo er in Ihrem Objekt sitzt.

Sanitär-Notdienst Passau – häufige Fragen
Wo ist der Hauptabsperrhahn?
Im Einfamilienhaus meist im Keller neben dem Wasserzähler, in Wohnungen häufig im Bad oder in der Küche hinter einer Revisionsklappe, manchmal im Hausanschlussraum. Suchen Sie ihn jetzt und markieren Sie ihn – im Ernstfall zählt jede Minute.
Was kostet ein Sanitär-Notdienst in Passau?
250 bis 700 Euro für Abstellen und Sichern einer Leckage, 500 bis 1.400 Euro für eine Rohrbruchreparatur im Notdienst. Zur regulären Arbeitszeit liegen die Beträge etwa 40 Prozent niedriger.
Zahlt die Versicherung den Wasserschaden?
Leitungswasserschäden am Gebäude deckt die Wohngebäudeversicherung, Schäden am Hausrat die Hausratversicherung. Nicht in der Standarddeckung enthalten sind Rückstau, Grundwasser und Hochwasser – dafür braucht es den Zusatzbaustein Elementarschäden. Melden Sie den Schaden zeitnah und dokumentieren Sie mit Fotos.
Wer zahlt in einer Mietwohnung?
Bei einem Schaden an der Bausubstanz oder Haustechnik der Vermieter. Hat der Mieter den Schaden verursacht – etwa durch einen nicht geschlossenen Wasserhahn oder einen unterlassenen Schlauchtausch – haftet er, in der Regel über seine Privathaftpflicht. Informieren Sie Vermieter oder Hausverwaltung sofort.
Muss der Estrich geöffnet werden?
Wenn Wasser in die Dämmschicht unter dem Estrich eingedrungen ist, in der Regel ja – zumindest für die Trocknung mit Verfahren, die über Kernbohrungen arbeiten. Ohne Trocknung entsteht Schimmel im Aufbau, der später deutlich teurer wird.
Wie lange dauert die Trocknung?
Zwei bis sechs Wochen, je nach Aufbau und Durchfeuchtung. Die Geräte laufen dabei durchgehend und verursachen Strom- und Geräuschbelastung. Der Trocknungserfolg wird gemessen, nicht geschätzt – lassen Sie sich das Protokoll zeigen.
Wasser im Keller – ist das immer ein Rohrbruch?
Nein. Es kann auch Grundwasser, eindringendes Oberflächenwasser oder Rückstau aus dem Kanal sein. In Passauer Hochwasserlagen ist das eine wichtige Unterscheidung, weil die Versicherungsdeckung sich unterscheidet. Ein Fachbetrieb kann die Quelle bestimmen.
Was tun, wenn es beim Nachbarn durchkommt?
Sofort informieren, Wasser abstellen, Fotos machen. Für Schäden in fremden Wohnungen ist Ihre Privathaftpflicht zuständig, sofern Sie den Schaden verursacht haben; bei Schäden aus der Bausubstanz die Gebäudeversicherung. Frühe Information verhindert die meisten Konflikte.
Unverbindlich vormerken
Wo tritt Wasser aus, seit wann, ist der Hauptabsperrhahn bereits zu? Diese drei Angaben genügen für die erste Einschätzung. Dringlichkeit auf 9 oder 10 setzen.

