Ein neues Kunststofffenster mit Dreifachverglasung kostet 2026 inklusive Einbau 650 bis 1.100 Euro, ein Holzfenster 950 bis 1.700 Euro, Holz-Aluminium 1.250 bis 2.100 Euro. Bezugsgröße ist ein Standardfenster von 1,20 auf 1,30 Meter. Für ein Einfamilienhaus mit 14 Fenstern liegt die Summe damit bei 9.000 bis 24.000 Euro. Der Preis des Fensters ist dabei nur die Hälfte der Wahrheit: Über Wärmeverlust, Zugluft und Schimmelrisiko entscheidet die Ausführung des Anschlusses an die Wand, nicht der Wert auf dem Etikett.
Kosten nach Material und Größe
Die folgenden Preise gelten für Passau und Niederbayern, brutto, inklusive Aufmaß, Ausbau des alten Fensters, Einbau, Abdichtung, Innenanschluss und Entsorgung. Dreifachverglasung ist enthalten.
| Material | 1,20 × 1,30 m | Dachfenster | Nutzungsdauer |
|---|---|---|---|
| Kunststoff weiß | 650 – 1.100 € | 900 – 1.800 € | 35 – 45 Jahre |
| Kunststoff foliert | 780 – 1.300 € | – | 35 – 45 Jahre |
| Holz Fichte / Kiefer | 950 – 1.500 € | 1.100 – 2.100 € | 40 – 60 Jahre bei Pflege |
| Holz Eiche / Lärche | 1.250 – 1.900 € | – | 50 – 70 Jahre |
| Holz-Aluminium | 1.250 – 2.100 € | – | 50 – 70 Jahre |
| Aluminium | 1.400 – 2.400 € | – | 50 – 70 Jahre |
| Hebe-Schiebetür 2,5 m | 3.800 – 9.500 € | – | 35 – 50 Jahre |
| Haustür | 2.200 – 6.500 € | – | 35 – 50 Jahre |
Unverbindliche Markt- und Orientierungswerte für Passau und Niederbayern, Stand 2026, Bruttopreise einschließlich Umsatzsteuer. Es handelt sich nicht um Preise eines aktuell angebotenen eigenen Handwerkerservices. Maßgeblich ist immer das schriftliche Angebot des ausführenden Betriebs.
Aufschläge kommen hinzu für Sprossen mit 90 bis 260 Euro je Fenster, Sicherheitsbeschläge der Widerstandsklasse RC2 mit 180 bis 420 Euro, elektrische Rollläden mit 350 bis 750 Euro und Sonnenschutzverglasung mit 60 bis 140 Euro je Quadratmeter.
Was im Angebot stehen muss
Fensterangebote sind schwer vergleichbar, weil die entscheidenden Positionen oft fehlen. Diese sechs Punkte gehören ausdrücklich hinein:
- Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters, nicht nur der Verglasung. Der Unterschied zwischen beiden Werten beträgt regelmäßig 0,3 bis 0,5 – und nur der Wert für das ganze Fenster ist für Förderung und Bauphysik maßgeblich.
- Art der Abdichtung. Innen luftdicht, in der Mitte gedämmt, außen schlagregendicht und diffusionsoffen. Reines Ausschäumen ist keine Abdichtung, auch wenn es dicht aussieht.
- Behandlung der Innenlaibung. Wer verputzt, wer streicht, wie werden Fensterbank und Laibung angeschlossen. Dieser Punkt fehlt in günstigen Angeboten am häufigsten.
- Umgang mit dem Rollladenkasten. Alte Kästen sind fast immer die größte Wärmebrücke der Fassade. Werden sie ersetzt, gedämmt oder unverändert übernommen?
- Beschlagsgüte und Einbruchschutz. Pilzkopfverriegelung und abschließbare Griffe, gegebenenfalls geprüfte Widerstandsklasse.
- Entsorgung und Nebenarbeiten. Ausbau, Abtransport, Schutz der Böden, Abdeckung der Möbel, Endreinigung.
Zweifach oder dreifach verglast?
Die Frage ist heute in fast allen Fällen entschieden: Dreifachverglasung ist Standard und kostet nur noch 20 bis 60 Euro je Fenster mehr als Zweifachverglasung. Der eigentliche Vorteil ist nicht die Energieeinsparung, sondern die Oberflächentemperatur der inneren Scheibe. Bei zweifach verglasten Fenstern liegt sie an einem kalten Tag bei 14 bis 16 Grad, bei dreifach verglasten bei 17 bis 19 Grad. Das ist der Grund, weshalb man an neuen Fenstern nicht mehr die kalte Fallluft spürt – und weshalb sich an ihnen kein Tauwasser mehr bildet.
Zwei Ausnahmen sind sachlich begründet: In denkmalgeschützten Gebäuden mit schmalen Profilen und historischen Teilungen ist Dreifachverglasung häufig konstruktiv nicht unterzubringen. Und bei Nordfenstern in unbeheizten Nebenräumen ist der Mehrwert gering.
Der wichtigste Punkt im Altbau
Neue Fenster sind dichter als alles andere im Haus. Vorher entwich Feuchtigkeit durch die undichten Fugen der alten Fenster – nach dem Tausch bleibt sie im Raum. Wenn gleichzeitig die Wände nicht gedämmt sind, ist die kälteste Fläche im Raum nicht mehr das Fenster, sondern die Wandecke hinter dem Schrank. Genau dort entsteht dann Schimmel.
Das ist kein Argument gegen neue Fenster, sondern für zwei Begleitmaßnahmen: Erstens ein angepasstes Lüftungsverhalten – zwei bis vier Mal täglich Querlüften für wenige Minuten, nicht Fenster in Kippstellung. Zweitens, wo das nicht zuverlässig gelingt, dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung für 900 bis 1.800 Euro je Gerät. Bei Mietwohnungen ist der Punkt besonders relevant, weil das Lüftungsverhalten nicht in der Hand des Eigentümers liegt.
Fenster im Passauer Altbau
Denkmalschutz. In der Altstadt sind Teilung, Profilbreite, Material und oft auch die Farbe vorgegeben. Kunststoff ist dort regelmäßig unzulässig. Kastenfenster mit innerer und äußerer Ebene sind die denkmalgerechte Lösung: bauphysikalisch gut, energetisch überraschend leistungsfähig, aber mit 2.400 bis 4.800 Euro je Fenster deutlich teurer. Häufig ist die Instandsetzung des historischen Fensters mit neuer Dichtung und Innenvorsatzscheibe die wirtschaftlichere und denkmalgerechte Wahl – bei 700 bis 1.600 Euro je Fenster.
Bruchsteinmauerwerk. In den Altbauten der Innstadt und Ilzstadt sind die Laibungen selten rechtwinklig und die Wandstärken schwanken um mehrere Zentimeter. Ein Aufmaß je Fenster ist Pflicht – Serienmaße führen zu Fugen, die man nicht mehr sauber schließen kann.
Schallschutz an den Hauptstraßen. An der Nibelungenstraße, der Neuburger Straße und der Innstraße lohnt Schallschutzverglasung. Der Sprung von der Schallschutzklasse 2 auf 4 kostet 90 bis 220 Euro je Fenster und senkt den Innenpegel spürbar – in Schlafräumen die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.
Ablauf und Dauer
- Aufmaß je Fenster
Vor Ort, jedes Fenster einzeln, mit Prüfung von Laibung, Rollladenkasten und Fensterbank. Dauer etwa eine Stunde für ein Einfamilienhaus.
- Angebot mit Wärmedurchgangswerten
Für das gesamte Fenster, mit Abdichtungskonzept und Behandlung der Innenlaibung.
- Förderantrag, falls einschlägig
Vor Beauftragung. Die technischen Mindestanforderungen prüfen – Übersicht unter Förderung für Sanierung 2026.
- Fertigung
Vier bis zehn Wochen ab Bestellung, bei Sonderformen und Holzfenstern länger.
- Einbau
Zwei bis drei Fenster je Monteur und Tag. Für ein Einfamilienhaus mit 14 Fenstern zwei bis drei Tage.
- Innenanschluss
Verputzen und Streichen der Laibungen, meist ein bis zwei Tage später. Dieser Schritt gehört ins Angebot.
Fenster austauschen – häufige Fragen
Was kostet ein neues Fenster mit Einbau?
Ein Kunststofffenster in Standardgröße 650 bis 1.100 Euro, Holz 950 bis 1.900 Euro, Holz-Aluminium 1.250 bis 2.100 Euro – jeweils brutto mit Ausbau, Einbau, Abdichtung und Entsorgung. Für ein Einfamilienhaus mit 14 Fenstern ergeben sich 9.000 bis 24.000 Euro.
Lohnt sich Dreifachverglasung?
Ja, in fast allen Fällen. Der Mehrpreis gegenüber Zweifachverglasung liegt nur bei 20 bis 60 Euro je Fenster. Der Hauptgewinn ist nicht die Energieeinsparung, sondern die höhere Oberflächentemperatur der inneren Scheibe – dadurch keine kalte Fallluft und kein Tauwasser am Glas.
Wird der Fenstertausch gefördert?
Fenster als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle sind grundsätzlich förderfähig, wenn der geforderte Wärmedurchgangswert für das gesamte Fenster erreicht wird und der Antrag vor der Beauftragung gestellt wurde. Prüfen Sie die aktuellen Anforderungen und Sätze bei der Förderstelle.
Wie lange dauert der Einbau?
Zwei bis drei Fenster je Monteur und Tag, für ein Einfamilienhaus mit 14 Fenstern also zwei bis drei Tage. Vor dem Einbau liegt die Lieferzeit von vier bis zehn Wochen. Das Verputzen und Streichen der Innenlaibungen folgt ein bis zwei Tage später.
Bekomme ich Schimmel nach dem Fenstertausch?
Nicht durch die Fenster selbst, sondern weil das Haus danach dichter ist. Bleibt das Lüftungsverhalten unverändert und sind die Wände ungedämmt, wird die Wandecke zur kältesten Fläche im Raum. Zwei bis vier Mal täglich Querlüften löst das Problem in der Regel; wo das nicht zuverlässig geht, helfen dezentrale Lüftungsgeräte.
Welche Fenster sind im Denkmalschutz erlaubt?
Meist Holzfenster mit vorgegebener Teilung, Profilbreite und Farbe; Kunststoff ist in der Regel ausgeschlossen. Als energetische Lösung kommen Kastenfenster oder die Instandsetzung des historischen Fensters mit neuer Dichtung und Innenvorsatzscheibe in Frage. Maßgeblich ist die Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde.
Kunststoff, Holz oder Holz-Aluminium?
Kunststoff ist am günstigsten und wartungsarm, hält 35 bis 45 Jahre. Holz ist teurer, langlebiger bei Pflege und im Altbau optisch passender, braucht aber alle 8 bis 12 Jahre einen Anstrich an der Außenseite. Holz-Aluminium verbindet Holzoberfläche innen mit wartungsfreiem Wetterschutz außen und hält am längsten.
Was bringt Schallschutzverglasung?
Der Sprung von Schallschutzklasse 2 auf 4 kostet 90 bis 220 Euro je Fenster und senkt den Innenpegel deutlich – an Hauptverkehrsstraßen wie der Nibelungenstraße oder Innstraße in Passau die wirksamste Einzelmaßnahme für Schlafräume. Voraussetzung ist ein dichter Anschluss; ein undichter Rollladenkasten hebt den Effekt auf.
Fenster aufmessen lassen
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