Ein barrierefreier Badumbau kostet 2026 zwischen 6.500 Euro für den Austausch der Wanne gegen eine bodengleiche Dusche und 28.000 Euro für ein vollständig neues Bad nach DIN 18040-2. Bei anerkanntem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; ergänzend gibt es Programme für den altersgerechten Umbau, für die kein Pflegegrad erforderlich ist. Der entscheidende Punkt ist der Zeitpunkt: Ein Zuschuss setzt in der Regel eine Antragstellung vor Beginn der Arbeiten voraus, und ein geplanter Umbau ist deutlich günstiger als ein erzwungener.
Was der Umbau kostet
Die folgenden Preise gelten für Passau und Niederbayern, brutto, inklusive Abbruch, Abdichtung, Fliesen, Sanitärobjekten, Elektroanpassung und Entsorgung.
| Umfang | Kosten | Dauer |
|---|---|---|
| Haltegriffe und Duschsitz montieren | 350 – 1.100 € | 1 Tag |
| Wanne raus, bodengleiche Dusche rein | 6.500 – 11.500 € | 5 – 8 Tage |
| Dusche plus WC erhöhen und Waschtisch | 9.500 – 15.000 € | 8 – 12 Tage |
| Bad komplett, 6 m², barrierefrei | 15.000 – 22.000 € | 2 – 3 Wochen |
| Bad komplett nach DIN 18040-2, rollstuhlgerecht | 20.000 – 28.000 € | 3 – 4 Wochen |
| Bad vergrößern mit Wanddurchbruch | + 3.500 – 9.000 € | + 1 Woche |
Unverbindliche Markt- und Orientierungswerte für Passau und Niederbayern, Stand 2026, Bruttopreise einschließlich Umsatzsteuer. Es handelt sich nicht um Preise eines aktuell angebotenen eigenen Handwerkerservices. Maßgeblich ist immer das schriftliche Angebot des ausführenden Betriebs.
Die Maße, auf die es ankommt
Barrierefrei ist kein Gefühl, sondern eine Norm. Die DIN 18040-2 unterscheidet zwischen barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar – der Unterschied liegt vor allem in den Bewegungsflächen.
| Element | Barrierefrei | Rollstuhlgerecht |
|---|---|---|
| Bewegungsfläche vor Objekten | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Türbreite lichte Weite | 80 cm | 90 cm |
| Duschfläche | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Schwelle Duschbereich | max. 2 cm | 0 cm |
| WC-Sitzhöhe inkl. Sitz | 46 – 48 cm | 46 – 48 cm |
| Abstand WC zur Wand seitlich | 30 cm | 90 cm einseitig |
| Waschtisch Unterfahrbarkeit | empfohlen | 67 cm hoch, 55 cm tief |
| Stützklappgriffe am WC | einseitig | beidseitig, 65 cm Abstand |
Ein Hinweis zur Türöffnung: Die Badtür muss nach außen aufschlagen oder als Schiebetür ausgeführt sein. Der Grund ist praktisch – stürzt jemand im Bad hinter der nach innen öffnenden Tür, ist die Hilfe blockiert. Dieser Punkt wird beim Umbau am häufigsten übersehen und ist nachträglich aufwendig.
Was die Pflegekasse und andere Stellen zahlen
Für Menschen mit anerkanntem Pflegegrad gibt es einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Er wird je Maßnahme gewährt, und bei mehreren Anspruchsberechtigten in einem Haushalt kann sich der Betrag erhöhen. Verändert sich der Pflegegrad wesentlich, kann eine weitere Maßnahme gefördert werden. Die Höhe und die Voraussetzungen sind gesetzlich festgelegt und werden angepasst – erfragen Sie den aktuellen Betrag direkt bei der Pflegekasse.
Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag gehört vor den Beginn der Arbeiten. Formal wird ein Kostenangebot eingereicht, häufig mit einer Begründung, weshalb die Maßnahme die Pflege zu Hause ermöglicht oder erleichtert. Genau diese Begründung ist entscheidend – nicht die technische Beschreibung des Bads.
Neben der Pflegekasse kommen weitere Stellen in Frage:
- Programme für altersgerechten Umbau. Zuschuss oder zinsgünstiger Kredit, unabhängig von Alter und Pflegegrad. Antrag vor Beginn der Arbeiten.
- Krankenkasse. Für einzelne Hilfsmittel wie Duschsitz, Toilettensitzerhöhung oder Haltegriffe, wenn sie im Hilfsmittelverzeichnis stehen und verordnet wurden.
- Steuerliche Berücksichtigung. Umbaukosten können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden, wenn eine medizinische Notwendigkeit belegt ist. Alternativ kommt für Arbeitskosten der Handwerkerbonus nach § 35a EStG in Frage – Details unter Handwerkerleistungen von der Steuer absetzen. Beide Wege für dieselben Kosten gleichzeitig sind nicht möglich.
- Kommunale Programme. Landkreis Passau, Stadt Passau und einzelne Gemeinden haben teils eigene Zuschüsse für altersgerechtes Wohnen. Sie tauchen in überregionalen Übersichten nicht auf – direkt nachfragen.
Die fünf Punkte, die im Alltag den Unterschied machen
- Bodenbelag mit Rutschhemmung
Für barrierefreie Bäder ist die Bewertungsgruppe R10 mit Rutschhemmung im Nassbereich der Richtwert, im Duschbereich zusätzlich mit Verdrängungsraum. Kleine Formate mit vielen Fugen greifen besser als großformatige, polierte Platten – das ist der häufigste Fehler bei sonst guter Planung.
- Griffe an tragfähigem Untergrund
Ein Stützklappgriff muss 100 Kilogramm halten. In Trockenbauwänden braucht das Traversen oder Montageplatten, die vor dem Verfliesen eingebaut werden. Nachträglich in eine fertige Fliesenwand ist es nicht sicher machbar – dieser Punkt gehört in die Rohbauphase.
- Vorwandinstallation statt Wandeinbau
Ein Vorwandelement erlaubt es, die WC-Höhe frei zu setzen und später Griffe zu ergänzen. Es kostet 350 bis 800 Euro mehr als der Wandeinbau und erhält die Anpassbarkeit über Jahrzehnte.
- Beleuchtung ohne Schatten und ohne Blendung
Zwei getrennte Kreise: Grundlicht an der Decke, Spiegellicht seitlich. Bewegungsmelder mit Nachtlichtfunktion in Höhe des Sockels verhindern Stürze beim nächtlichen Gang – wirksamer als jeder Griff.
- Thermostatarmatur mit Verbrühschutz
Begrenzung auf 38 bis 43 Grad. Bei nachlassender Temperaturempfindlichkeit an Händen und Füßen ist das keine Bequemlichkeit, sondern ein Schutz.
Badumbau in Passauer Altbauten
Bodenaufbau und Türhöhe. Eine bodengleiche Dusche braucht Platz für Ablauf und Gefälle. In Altbauten mit Holzbalkendecken oder geringer Estrichdicke ist der Bodenaufbau oft zu flach – die Lösung sind Wandabläufe oder flache Duschelemente mit seitlicher Ableitung. Das ist machbar, gehört aber in die Planung, nicht in die Ausführung.
Bäder unter sechs Quadratmetern. In vielen Passauer Altbauwohnungen war das Bad ursprünglich eine Speisekammer. Die Bewegungsfläche von 120 auf 120 Zentimetern lässt sich dort nur durch Verzicht erreichen: Wanne raus, Waschtisch schmaler, WC neu positioniert. Wo das nicht reicht, ist der Wanddurchbruch zum Nebenraum die einzige Lösung – bei tragenden Bruchsteinwänden mit statischer Prüfung und 3.500 bis 9.000 Euro Mehrkosten.
Denkmalschutz. Innerhalb der Wohnung ist ein Badumbau denkmalrechtlich meist unkritisch. Relevant wird es bei Eingriffen in historische Böden, Stuckdecken, Gewölbe und bei neuen Leitungsführungen durch tragende Wände. Klären Sie das vor der Planung ab.
Verzinkte Altleitungen. Wird das Bad ohnehin geöffnet, ist es der richtige Moment für den Leitungstausch. Verzinkte Stahlleitungen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren sind in Passauer Altbauten verbreitet und der häufigste Ausgangspunkt für Rohrbrüche. Der Tausch im offenen Bad kostet einen Bruchteil des Tauschs im fertigen.
Ablauf und Reihenfolge
- Bedarf klären, nicht nur Wünsche
Wer nutzt das Bad, mit welcher Einschränkung, mit welchem Hilfsmittel? Ein Rollator braucht andere Maße als ein Rollstuhl. Bei bestehendem Pflegegrad hilft die Einbindung des Pflegedienstes bei dieser Frage.
- Aufmaß und Planung
Mit Prüfung von Bodenaufbau, Leitungsführung, Wandtragfähigkeit und Türanschlag. Ergebnis ist ein maßstäblicher Plan, nicht eine Skizze.
- Angebot mit Abdichtung als eigene Position
Dazu Rutschhemmungsklasse der Fliesen, Traversen für Griffe, Art der Vorwandinstallation.
- Zuschuss beantragen
Vor Beginn der Arbeiten, mit Angebot und Begründung. Bei Pflegekasse und Förderprogramm gegebenenfalls parallel.
- Ausführung
Zwei bis vier Wochen. Bei nur einem Bad im Haushalt klären, wie die Zwischenzeit überbrückt wird – dieser Punkt gehört ins Gespräch vor der Beauftragung.
- Abnahme mit Funktionsprüfung
Nicht nur optisch: Griffe belasten, Gefälle prüfen, Türanschlag testen, Thermostatbegrenzung kontrollieren.
Barrierefreies Bad – häufige Fragen
Was kostet ein barrierefreier Badumbau?
Der Austausch der Wanne gegen eine bodengleiche Dusche 6.500 bis 11.500 Euro. Ein komplettes barrierefreies Bad mit 6 Quadratmetern 15.000 bis 22.000 Euro, rollstuhlgerecht nach DIN 18040-2 20.000 bis 28.000 Euro. Muss das Bad vergrößert werden, kommen 3.500 bis 9.000 Euro hinzu.
Zahlt die Pflegekasse den Badumbau?
Bei anerkanntem Pflegegrad gibt es einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Der Betrag ist gesetzlich festgelegt und wird angepasst – erfragen Sie die aktuelle Höhe bei Ihrer Pflegekasse. Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag mit Kostenangebot gehört vor den Beginn der Arbeiten.
Bekomme ich Zuschuss ohne Pflegegrad?
Ja, über Programme für den altersgerechten Umbau, die unabhängig von Alter und Pflegegrad zugänglich sind – als Zuschuss oder zinsgünstiger Kredit. Auch hier muss der Antrag vor Beginn der Arbeiten vorliegen. Zusätzlich haben Stadt und Landkreis Passau teils eigene Programme.
Wie groß muss ein barrierefreies Bad sein?
Nach DIN 18040-2 sind Bewegungsflächen von 120 auf 120 Zentimetern vor den Objekten erforderlich, rollstuhlgerecht 150 auf 150 Zentimeter. Ein Bad mit 5 bis 6 Quadratmetern kann barrierefrei sein, wenn die Anordnung stimmt – entscheidend ist nicht die Fläche, sondern der Grundriss.
Geht eine bodengleiche Dusche in jedem Altbau?
Meist ja, aber nicht immer mit Bodenablauf. Bei geringem Bodenaufbau oder Holzbalkendecken sind Wandabläufe oder flache Duschelemente mit seitlicher Ableitung die Lösung. Das muss vor der Planung geprüft werden, weil es die Position der Dusche bestimmt.
Welche Fliesen sind für ein barrierefreies Bad richtig?
Im Nassbereich Bodenfliesen mit ausreichender Rutschhemmung – als Richtwert die Bewertungsgruppe R10, im Duschbereich zusätzlich mit Verdrängungsraum. Kleinere Formate mit mehr Fugen greifen besser als großformatige polierte Platten. Das ist der häufigste Fehler bei sonst guter Planung.
Warum muss die Badtür nach außen öffnen?
Damit im Notfall Hilfe möglich ist: Stürzt jemand hinter einer nach innen öffnenden Tür, blockiert der Körper den Zugang. Die Norm verlangt deshalb einen Anschlag nach außen oder eine Schiebetür. Der Punkt wird beim Umbau am häufigsten übersehen und ist nachträglich aufwendig.
Kann ich Haltegriffe später nachrüsten?
Nur wenn der Untergrund tragfähig ist. Ein Stützklappgriff muss 100 Kilogramm halten; in Trockenbauwänden braucht das Traversen, die vor dem Verfliesen eingebaut werden. Wenn Sie einen Umbau planen, lassen Sie diese Verstärkungen an allen möglichen Positionen mit einbauen – sie kosten wenig und erhalten die Anpassbarkeit.
Badumbau planen lassen
Kostenrahmen sind Orientierung – verbindlich ist unser Angebot nach dem Ortstermin. Beschreiben Sie Ihr Vorhaben, wir melden uns mit einer Einschätzung.


