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Photovoltaik 2026: lohnt sich das noch?

Die Einspeisevergütung ist niedrig, die Anlagen sind günstig – dadurch hat sich die Rechnung umgedreht. Heute entscheidet nicht die Vergütung über die Wirtschaftlichkeit, sondern der Eigenverbrauch.

Arbeiten an einem Satteldach in Passau – Dachfläche mit Südausrichtung für eine Photovoltaikanlage
KI-generiertes Symbolbild

Eine Photovoltaikanlage rechnet sich 2026 in Passau und Niederbayern, wenn der Eigenverbrauch bei mindestens 30 Prozent liegt – dann amortisiert sie sich in 9 bis 14 Jahren bei einer Nutzungsdauer von 25 bis 30 Jahren. Eine 10-Kilowatt-Anlage kostet 11.000 bis 17.000 Euro brutto und liefert in dieser Region 9.500 bis 11.000 Kilowattstunden im Jahr. Der Grund für die veränderte Rechnung: Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom zu 30 bis 38 Cent, jede eingespeiste bringt nur einen Bruchteil davon.

Was eine Anlage in Passau liefert

Südostbayern hat bessere Einstrahlungswerte als der Bundesdurchschnitt – deutlich mehr als Norddeutschland, etwas weniger als das Alpenvorland. Die folgenden Werte gelten für Südausrichtung bei 30 bis 35 Grad Dachneigung.

Jahresertrag je Ausrichtung in Passau
AusrichtungErtrag je kWp10 kWp AnlageEinschätzung
Süd, 30 – 35°1.000 – 1.100 kWh10.000 – 11.000 kWhOptimum
Südost oder Südwest950 – 1.040 kWh9.500 – 10.400 kWhsehr gut
Ost-West geteilt850 – 950 kWh8.500 – 9.500 kWhgut, bessere Tagesverteilung
Ost oder West einzeln800 – 900 kWh8.000 – 9.000 kWhbrauchbar
Flachdach aufgeständert900 – 1.000 kWh9.000 – 10.000 kWhgut, mehr Fläche nötig
Nord550 – 680 kWh5.500 – 6.800 kWhnur bei Restfläche

Ein häufiger Denkfehler betrifft die Ost-West-Ausrichtung: Sie liefert über das Jahr weniger, aber der Ertrag verteilt sich auf Morgen und Abend – also auf die Zeiten, in denen im Haushalt tatsächlich Strom verbraucht wird. Für den Eigenverbrauch ist eine Ost-West-Anlage oft die bessere Wahl als eine reine Südanlage.

30 bis 38 Centersetzt jede selbst verbrauchte Kilowattstunde – so viel kostet Netzstrom. Eingespeister Strom bringt nur einen Bruchteil davon. Deshalb ist der Eigenverbrauchsanteil heute die entscheidende Größe der Wirtschaftlichkeitsrechnung, nicht die Anlagengröße und nicht die Vergütung.Grundlage: Ertragsrechnung bei langjährigen Globalstrahlungsdaten für Südostbayern. Zuletzt geprüft: 7. August 2026.

Was eine Anlage kostet

Kosten Photovoltaik mit Montage 2026
AnlagengrößeOhne SpeicherMit SpeicherDachfläche
5 kWp7.500 – 11.000 €13.000 – 18.500 €ca. 25 m²
8 kWp10.000 – 14.500 €16.500 – 23.000 €ca. 40 m²
10 kWp11.000 – 17.000 €18.000 – 26.000 €ca. 50 m²
15 kWp15.500 – 23.000 €24.000 – 34.000 €ca. 75 m²
20 kWp19.000 – 28.000 €29.000 – 41.000 €ca. 100 m²
Balkonkraftwerk 800 W350 – 900 €ca. 4 m²

Unverbindliche Markt- und Orientierungswerte für Passau und Niederbayern, Stand 2026, Bruttopreise einschließlich Umsatzsteuer. Es handelt sich nicht um Preise eines aktuell angebotenen eigenen Handwerkerservices. Maßgeblich ist immer das schriftliche Angebot des ausführenden Betriebs.

Auf Wohngebäuden gilt für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen unter bestimmten Voraussetzungen der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer – prüfen Sie den aktuellen Stand und Ihren Einzelfall, bevor Sie mit Bruttopreisen rechnen.

Braucht es einen Speicher?

Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch von typischerweise 25 bis 35 Prozent auf 55 bis 75 Prozent. Er kostet 6.000 bis 11.000 Euro für 8 bis 12 Kilowattstunden nutzbare Kapazität und hält 12 bis 18 Jahre – also etwa halb so lange wie die Module. Rein rechnerisch verlängert er die Amortisationszeit meist um zwei bis vier Jahre.

Er lohnt sich dennoch in drei Fällen: bei hohem Abendverbrauch, wenn tagsüber niemand zu Hause ist; in Kombination mit einer Wärmepumpe, weil der Heizstrom über den Tag gepuffert wird; und wenn Notstromfähigkeit gewünscht ist – bei Stromausfall bleibt das Haus versorgt, was in ländlichen Lagen des Bayerischen Waldes ein realer Wert ist.

Er lohnt sich nicht, wenn tagsüber ohnehin viel Strom gebraucht wird – etwa im Homeoffice oder bei einem Betrieb im Haus. Dann ist die Anlage ohne Speicher die wirtschaftlichere Lösung, und das Geld ist in zusätzlichen Modulen besser angelegt.

Die vier Hebel für mehr Eigenverbrauch

  1. Wärmepumpe koppeln

    Der wirksamste Hebel überhaupt. Eine Wärmepumpe verbraucht 2.500 bis 5.000 Kilowattstunden im Jahr; ein Teil davon lässt sich direkt aus der Anlage decken. Details unter Wärmepumpe im Altbau.

  2. Warmwasser elektrisch nachheizen

    Ein Heizstab im Speicher, gesteuert nach Überschuss. Kostet 400 bis 900 Euro und verbraucht im Sommer den Überschuss, der sonst für wenige Cent ins Netz geht.

  3. Wallbox mit Überschussladen

    Wer ein Elektroauto zu Hause lädt, kann den Eigenverbrauch um 15 bis 25 Prozentpunkte heben – vorausgesetzt, die Wallbox kann nach Überschuss regeln. Eine einfache Wallbox ohne diese Funktion bringt diesen Vorteil nicht.

  4. Große Verbraucher zeitlich verlegen

    Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler mittags statt abends. Kostet nichts und bringt 5 bis 10 Prozentpunkte.

Was in Passau zu prüfen ist

Denkmalschutz und Ortsbild. In der Altstadt und in Ensembleschutzbereichen sind Module auf straßenseitigen Dachflächen in der Regel nicht zulässig. Auf rückwärtigen Flächen und Innenhofdächern ist häufig mehr möglich als vermutet – die Anfrage bei der Unteren Denkmalschutzbehörde lohnt in jedem Fall, bevor die Anlage verworfen wird.

Verschattung. Die Hanglagen in Passau bringen zwei Effekte: Verschattung durch den Hang selbst in den Morgen- oder Abendstunden und Verschattung durch Bewuchs. Ein Verschattungsgutachten mit Sonnenbahndiagramm gehört bei Hanglagen zur Planung; Modulwechselrichter oder Leistungsoptimierer können teilverschattete Flächen retten, die sonst ausfallen.

Statik bei Altbauten. Ein Modulfeld bringt 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter zusätzlich auf den Dachstuhl. Bei historischen Dachstühlen in der Altstadt und bei Dächern über 60 Jahren gehört eine statische Beurteilung dazu – besonders in Kombination mit der Schneelast der Region.

Der richtige Zeitpunkt. Steht eine Dachsanierung in den nächsten zehn Jahren an, gehört die Anlage danach – Module abbauen und wieder aufbauen kostet 1.500 bis 3.500 Euro. Umgekehrt lohnt es, beide Maßnahmen zusammen zu planen: Das Gerüst fällt dann nur einmal an. Mehr dazu unter Dachsanierung: Kosten.

Anmeldung und Pflichten

  • Netzbetreiber. Anmeldung vor Inbetriebnahme, bei Anlagen über 30 Kilowatt mit zusätzlichen technischen Anforderungen.
  • Marktstammdatenregister. Registrierung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme, auch für Balkonkraftwerke.
  • Zählertausch. Ein Zweirichtungszähler ist erforderlich; der Netzbetreiber baut ihn ein.
  • Steuerliche Behandlung. Für kleine Anlagen auf Wohngebäuden gelten Vereinfachungen bei Einkommen- und Umsatzsteuer. Die Voraussetzungen und Grenzen ändern sich – klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.
  • Versicherung. Die Anlage in die Wohngebäudeversicherung aufnehmen lassen. Ohne Meldung besteht im Schadensfall häufig kein Schutz.
Häufige Fragen

Photovoltaik in Passau – häufige Fragen

Lohnt sich Photovoltaik 2026 überhaupt noch?

Ja, aber aus einem anderen Grund als früher. Nicht die Einspeisevergütung macht die Rechnung, sondern der Eigenverbrauch: Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom zu 30 bis 38 Cent. Ab etwa 30 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sich eine Anlage in 9 bis 14 Jahren bei 25 bis 30 Jahren Nutzungsdauer.

Wie viel Strom liefert eine Anlage in Passau?

Bei Südausrichtung und 30 bis 35 Grad Neigung 1.000 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt installierter Leistung. Eine 10-Kilowatt-Anlage erzeugt damit 10.000 bis 11.000 Kilowattstunden im Jahr. Südostbayern liegt deutlich über Norddeutschland und leicht unter dem Alpenvorland.

Was kostet eine 10-kWp-Anlage?

11.000 bis 17.000 Euro ohne Speicher, 18.000 bis 26.000 Euro mit einem Speicher von 8 bis 12 Kilowattstunden – jeweils inklusive Montage, Wechselrichter, Unterkonstruktion und Anmeldung. Auf Wohngebäuden gilt für Photovoltaikanlagen unter bestimmten Voraussetzungen der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer.

Brauche ich einen Speicher?

Nicht zwingend. Er hebt den Eigenverbrauch von 25 bis 35 auf 55 bis 75 Prozent, verlängert die Amortisation aber meist um zwei bis vier Jahre. Sinnvoll ist er bei hohem Abendverbrauch, in Kombination mit einer Wärmepumpe und wenn Notstromfähigkeit gewünscht ist – weniger bei hohem Tagesverbrauch.

Ist Ost-West besser als Süd?

Für den reinen Jahresertrag nicht – Ost-West liefert 10 bis 15 Prozent weniger. Für den Eigenverbrauch häufig doch, weil der Ertrag auf Morgen und Abend verteilt wird, also auf die Verbrauchszeiten im Haushalt. Wer keinen Speicher plant, fährt mit Ost-West oft wirtschaftlicher.

Ist Photovoltaik in der Passauer Altstadt erlaubt?

Auf straßenseitigen Dachflächen in Denkmal- und Ensembleschutzbereichen in der Regel nicht. Auf rückwärtigen Flächen, Innenhofdächern und Nebengebäuden ist häufig mehr möglich als vermutet. Fragen Sie bei der Unteren Denkmalschutzbehörde nach, bevor Sie das Vorhaben aufgeben.

Hält mein Dach eine Photovoltaikanlage?

Ein Modulfeld bringt 15 bis 25 Kilogramm je Quadratmeter zusätzlich auf. Bei Dächern unter 40 Jahren in gutem Zustand ist das unkritisch. Bei historischen Dachstühlen und bei Dächern über 60 Jahren gehört eine statische Beurteilung dazu, besonders in Verbindung mit der Schneelast in Niederbayern.

Was ist bei Verschattung zu tun?

Bei Hanglagen in Passau und bei Bewuchs gehört ein Verschattungsgutachten mit Sonnenbahndiagramm in die Planung. Teilverschattete Flächen lassen sich mit Leistungsoptimierern oder Modulwechselrichtern nutzen; ohne diese Technik zieht ein verschattetes Modul den ganzen Strang mit nach unten.

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Morgenlicht über der Donau bei Passau – Region mit guten Einstrahlungswerten in Südostbayern

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Jürgen Kronawitter

Inhaber BavariaConnect, Passau · verantwortlich für Inhalt und Redaktion nach § 18 Abs. 2 MStV.
Veröffentlicht am 6. August 2026 · zuletzt geprüft am 6. August 2026